Krimimama – Schreiben mit Kindern

Über das Schreiben, den Alltag und den Rest der Welt – ein Blog von Kristina Herzog

Erwartungen an Krimis

„Lesen Sie eigentlich auch etwas anderes als Krimis?“, wurde ich letztens in einem Interview gefragt. Ich zögerte einen Moment und dachte nach. Ja, wenn ich ehrlich war, las ich in der letzten Zeit vor allem Krimis. Nicht ausschließlich, aber seien wir ehrlich: So viel Zeit zum Lesen habe ich auch nicht mehr. Und da will gut überlegt sein, was mir so vor die Nase kommt, schließlich soll es ja auch unterhaltsam, spannend und nett sein. Und es wird wohl nicht von ungefähr kommen, dass ich Krimis schreibe. Ich finde es einfach schön, wenn es spannend ist oder ich rätseln kann oder auch beides. Natürlich ist es auch wichtig, dass die Figuren sympathisch sind. Wenn das nicht der Fall ist, habe ich festgestellt, mag ich das Buch auch meist nicht so.

Ein Beispiel: Ich habe das Buch „Der Ruf des Kuckucks“ von Robert Galbraith aka J. K. Rowling kürzlich gelesen. Ein Buch mit Längen, sicher und trotz der Etikettierung nicht wirklich ein Krimi für mich, sondern eher eine Detektivgeschichte. Aber trotzdem habe ich es am Schluss mit einem guten Gefühl zur Seite gelegt. Das hatte vor allem zwei Gründe: Zum einen ist es der Autorin gelungen, dass man als Leser die Möglichkeit hat, eine Bindung zu den Charakteren aufzubauen und mit zu fiebern. Eine Sache, die für mich als Leserin, aber auch Autorin unerlässlich ist, um das Buch zu mögen. Zum anderen war es auch schön, mich im guten alten England wieder zu finden und die Atmosphäre von London zu schnuppern. Eine zweite Sache, die ich sehr wichtig finde: Ein gut ausgearbeitetes Setting mit der Möglichkeit, als Leser tief darin zu versinken.

Ein Gegenbeispiel: Als ich das Buch „Stiller Tod“ von Roger Smith las, habe ich die ganze Zeit eine innere Distanz gespürt. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Ich habe es einfach nicht geschafft, eine Figur zu finden, die mir so sympathisch ist, dass ich mit ihr und ihrem Schicksal mitfiebere, während das Setting Südafrika durchaus interessant war.

Fazit: Ich schreibe gerade an meinem neuen Krimi und weil mir mein sympathisches Ermittlerteam Alex Rosenberg und Kathleen Neubauer so ans Herz gewachsen ist, sind sie auch wieder mit am Start. Mit allen Ecken und Kanten. Und einen kleinen Eindruck vom Setting bekommt ihr vom Foto.

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Bis bald!