Krimimama – Schreiben mit Kindern

Über das Schreiben, den Alltag und den Rest der Welt – ein Blog von Kristina Herzog

Diese Tage…

Heute ist wieder einer dieser Tage: Nach einem schönen langen Spaziergang (zum Teil sogar im Regen), ein bisschen Haushalt und Verwaltungskram setze ich mich an den Computer um mit dem täglichen Tagwerk zu beginnen.

Ich bin hochmotiviert, denn beide Kinder haben heute länger Schule, was bedeutet, dass mein Arbeitszeitfenster größer ist und am Nachmittag steht nur ein Termin an, den Kind 1 aber locker alleine wuppen kann. Aber: der neue Roman steht kurz vor dem Abschluss und bei mir hat das dann immer die unangenehme Folge, dass ich unsicher und verletzlicher werde. Unsicher, ob der Roman eine gute Atmosphäre erzeugt, ob die Figuren authentisch sind, ob ich keine logischen Fehler in dem Manuskript habe und, und, und…. Und dann kommt auch noch diese Mail, die deine Welt zum Schwanken bringt und die noch heftigere Zweifel auslöst. Es ist eine einfache Absage auf eine Anfrage, die ich bereits vor mehreren Monaten gestellt habe und sie gehört zum Leben eines Autors wie das tägliche Schreiben. Diese Absagen sind lästig und nicht gerade dazu geeignet, die Laune zu heben, aber an guten Tagen kann man sie händeln und mit ihnen leben wie mit Steinchen, die sich an heißen Sommertagen in die Sandale verirrt haben. Wenn du allerdings schon mit dieser Roman-Endunsicherheit zu kämpfen hast, kann das einen zumindest kurzfristigen Weltuntergang bewirken.

Um es so zu sagen: Ich brauchte mehrere Anläufe und ein paar tröstende Macarons, um wieder in den Roman tauchen zu können und weiterzuschreiben. Aber dieses Zweifeln gräbt weiter in meinem Innern herum und raunt mir zu: „Glaubst du wirklich, dass es gut ist, wie es ist?“ Und mein unsicheres Ich johlt: „Nein, natürlich nicht!“

Die Moral von der Geschichte? Keine Ahnung. Ich wollte euch nur wissen lassen, dass es an manchen Tagen härter als an anderen Tagen ist, kreativ zu sein und etwas Neues zu erschaffen. Und jetzt geh ich mein unsicheres Ich streicheln. Vielleicht wird es ja noch etwas mit uns. Spätestens, wenn der Roman fertig ist!