Krimimama – Schreiben mit Kindern

Über das Schreiben, den Alltag und den Rest der Welt – ein Blog von Kristina Herzog

Lerne von den Großen: Planen

Wie man an einen neuen Roman heran geht, das ist ja so eine Sache: Der eine setzt sich hin und lässt sich vom Flow tragen. Er tanzt mit der Muse und öffnet der Kreativität Tür und Tor.  Der andere geht pragmatischer an die Sache heran und plant den Ablauf, die Figuren, ja sogar jede Szene.

Zu Beginn meiner Schreibreise habe ich mir nicht allzu viele Gedanken darüber gemacht, wie ich anfange. Ich habe mich einfach hingesetzt und geschrieben. Go with the flow, sozusagen. Das war aber auch noch etwas einfacher, denn ich habe mich nicht gleich an ein ganzes Buch gesetzt, sondern Kurzgeschichten als eine Art Fingerübung benutzt. Allerdings habe ich schnell gemerkt, dass der Überarbeitungsprozess so wesentlich aufwendiger war, schließlich soll die Geschichte ja knackig zum Ziel führen und die Muse ist da manchmal etwas unberechenbar und lässt einen verschiedene Umwege nehmen. Aber all das hat etwas Feinsinniges, etwas Bachmann-Preis orientiertes.

Ich bin dann relativ schnell dazu übergegangen, meine Geschichten zu planen. Wahrscheinlich bin ich tief in meinem Innern ein strukturierter Typ. Deswegen lag mir das Jurastudium ja auch gut: Streng logisch subsumieren ist mein Ding. Anfangs plante ich locker, nur ein paar Eckdaten der Geschichte, inzwischen bin ich dazu übergegangen, einen akribischen Plan der Geschichte zu erstellen, bevor ich mit dem eigentlichen Schreiben beginne. Ich plane jedes Stadium, jede Szene durch. Gut, manchmal machen mir die Figuren einen Strich durch die Rechnung, weil sie ihren eigenen Kopf haben, aber das ist – wie gesagt – für mich ein Qualitätsmerkmal für glaubwürdige Charaktere.

Und interessanterweise verfährt J. K. Rowling genauso. Bei Pinterest und Facebook kursiert eine eng beschriebene Seite, auf der sie genauestens plant, was bei Harry Potter passiert. Siehste, hätte ich doch gleich auf sie gehört, dann hätte ich mir die eine oder andere harte Stunde erspart.


  • Vi sagt:

    Ja, früher habe ich auch einfach immer drauf losgeschrieben, irgendwann habe ich mich aber an einem Krimi versucht und als ich merkte, dass ich bis kurz vor Schluss noch nicht einmal selbst wusste, wer der Mörder sein sollte, sind mir so meine Zweifel gekommen. Seitdem plane ich auch akribisch. Manchmal nervt es mich auch: Hin und wieder erwische ich mich nämlich dabei, viel mehr Zeit in das Planen als in das wirkliche Schreiben zu investieren…
    Liebe Grüße von Vi

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