Krimimama – Schreiben mit Kindern

Über das Schreiben, den Alltag und den Rest der Welt – ein Blog von Kristina Herzog

Sei offen für Feedback, aber nimm es dir nicht zu sehr zu Herzen

Neil Gaiman, Autor zahlreicher Science-Fiction- und Fantasygeschichten, Comics und Drehbücher, sagt: Wenn die Leute dir sagen, dass etwas falsch ist oder für sie nicht funktioniert, haben sie fast immer recht. Wenn sie dir genau sagen, was sie für falsch halten und wie du es in Ordnung bringen sollst, haben sie fast immer unrecht.

Es gleicht natürlich einer Mutprobe, eine Geschichte, die man monate-, manchmal sogar jahrelang aufgezogen hat wie ein eigenes Kind, in die Welt hinauszuschicken. Man fühlt sich wie früher zu Weihnachten: Eine fürchterliche Aufregung ergreift von dir Besitz und du bist neugierig auf das, was da kommen mag. Die erste Rezension oder Kritik zu der Geschichte ist unglaublich aufregend. Und es streichelt die nervöse Autorenseele ungemein, wenn da etwas Positives zurückkommt. Genauso ist das natürlich auch bei Testlesern, Freunden, Familienangehörigen, ja eigentlich bei jedem, der dein Buch gelesen hat. Und es wird auch nicht weniger: Jede Rezension wird mit Spannung erwartet, jedes Interview nervös gelesen. Und wenn es gut ist, ist Party angesagt – zumindest innerlich. Kurz gesagt: Wenn man Bücher schreibt, erlebt man bei jedem ein Extra-Weihnachtsfest.

Hart kann es werden, wenn man auch nicht so Erfreuliches zu hören bekommt, denn man muss aufpassen, dass es ist leicht, das auf sich persönlich, und nicht auf den Text zu beziehen. Der mag mein Buch nicht, also mag er auch mich nicht! Auch ich habe da ein paar hübsche Momente hinter mir, bin aber inzwischen wesentlich cooler geworden. Und seien wir ehrlich: Jede Meinung hilft uns, die Geschichte in einem anderen Licht zu sehen, denn jeder Leser geht mit seiner ureigenen Haltung an den Roman und entdeckt andere Dinge, eröffnet durch seine Sicht sogar eventuell neue Möglichkeiten. Die Leserunde auf Lovelybooks, die ich für Abschiedskonzert gemacht habe, und die zahlreichen Bitten nach einer Fortsetzung, haben letztendlich mit dazu geführt, dass ich die Geschichte um Alexander Rosenberg und Kathleen Neubauer weiterführe.

Also: Hört euch an, was eure Kritiker euch zu sagen haben und wägt ab, was ihr daraus mitnehmen könnt. Wenn es keine Internettrolls sind, kann es euch auf eine andere Ebene tragen!


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