Krimimama – Schreiben mit Kindern

Über das Schreiben, den Alltag und den Rest der Welt – ein Blog von Kristina Herzog

Wie erfindest du eigentlich deine Figuren?

Das ist drolligerweise eine Frage, die mir sehr häufig gestellt wird, wenn die Leute erfahren, dass ich Autorin bin. Es scheint eine schwierige Sache zu sein, obwohl das für mich inzwischen das kleinste Problem ist.

Ich sage dann häufig: Ich finde sie überall. Sie laufen auf der Straße, sitzen in der U-Bahn  im Wartezimmer eines Arztes oder sogar im Dschungelcamp. Wenn man die Augen offen hält, springen sie einen an. Und nein: um die nächste Frage gleich zu beantworten: Ich beschreibe nicht einfach Leute, die ich kenne oder die mir begegnet sind. Das habe ich am Anfang gemacht, einfach weil ich es noch nicht besser konnte. Heutzutage läuft das ein bisschen ausgefeilter: Ich liebe es schon immer, Menschen zu beobachten. Ihr Verhalten zu studieren, zu interpretieren und zu analysieren gehören zu meinen allerliebsten Beschäftigungen. Und so fällt es mir auch nicht schwer, glaubhafte Figuren zu konstruieren. Es ist wie in der Hexenküche: Ich nehme ein bisschen von diesem Menschen, ein wenig von dem und eine Eigenart von einem anderen, mixe das Ganze mit dem Aussehen von jenem und gebe noch das Talent eines anderen hinzu. Dann sehe ich mir diese Figur an, die ich da geschaffen habe und gehe eine Liste durch, die ich mir im Laufe der Zeit geschaffen habe. Darin stehen so Sachen wie: Lieblingsessen, bevorzugte Kleidung, Hobbies und ähnliches. Das hilft mir, die Figur auszuformen, sie bis ins kleinste Detail zu kennen.

Im Idealfall freunde ich mich mit der Figur an und am Ende eines Buches fällt es mir schwer, Abschied zu nehmen. Aber manchmal muss man das auch gar nicht, denn das sympathische Ermittlerpaar Alexander Rosenberg und Kathleen Neubauer aus „Abschiedskonzert“ lebt, liebt und fahndet auch in meinem aktuellen Buch, an dem ich gerade schreibe. Was soll ich machen? Sie sind mir so sehr ans Herz gewachsen, dass ich sie nicht mehr missen möchte, auch wenn ihnen schon hier und da Schreckliches passiert, aber das ist eben der Preis fürs Mit-mir-Arbeiten ;).

Neues Jahr, neues Glück

Happy new year!

Da ist es schon wieder, das neue Jahr und mit ihm die vielen neuen Chancen. Endlich ist das alte, vielleicht nicht so gute vergessen und wir können neu anfangen. Der Gedanke hat erstaunlich viel Ähnlichkeit mit dem Ablasshandel der katholischen Kirche im Mittelalter, aber Charme hat der Gedanke noch immer.

Wir haben ein blutjunges neues Jahr und die Welt steht uns offen … wenn wir es hinbekommen, häufiger Sport zu machen, besser auszumisten,  unsere Kontakte zu pflegen und so weiter und so fort. Kurz, wenn wir es schaffen, unsere Vorhaben für das ganze Jahr einzuhalten. Leider klappt das nur bei den Wenigsten und die Meisten schwächeln schon in der ersten Woche. Ist aber auch ein gewagtes Vorhaben: Wir wollen unser Leben, unsere eingefleischten Gewohnheiten ändern, weil wir uns von einem anderen Verhalten ein besseres Leben versprechen.

Daran ist ja grundsätzlich nichts Falsches, schließlich kommen wir nur weiter, wenn wir an uns arbeiten. Wie heißt es so schön? Life begins at the end of your comfort zone. Das bedeutet dann also, dass wir uns von liebgewonnenen Verhaltensweisen verabschieden müssen und sie durch neue zu ersetzen haben.

Gerade so ungeduldige Zeitgenossen wie ich laden sich den Vorhaben-Korb randvoll und preschen los, als gäbe es kein Morgen, fest entschlossen, mit dem Jahreswechsel ad hoc ein besserer Mensch zu werden und das Chaos aus dem eigenen Leben zu verabschieden. Oft so probiert und oft gescheitert. Häufig schon nach wenigen Tagen. Ist ja auch ein hoher Anspruch, die Komfortzone hier und jetzt abzuschaffen.

Seit einigen Jahren mache ich es anders und ich kann euch sagen: Es läuft wesentlich besser! Ich mache mir keine Jahresziele mehr, sondern Quartalsziele. Allerdings achte ich darauf, dass es auch wirklich meine Ziele sind und nicht die von anderen, die dies und jenes von mir erwarten, denn nur so klappt es. Ich durchdenke mir gut, was ich verbessern möchte und verpacke das in Häppchen, die ich notiere. Ich mache mir also eine Liste, laminiere sie und hefte sie in meinen Organizer, so dass ich gezwungen bin, immer wieder einen Blick darauf zu werfen. Inzwischen bin ich sogar dazu übergegangen, die Punkte, die ich erledigt habe, auszustreichen. Und was soll ich euch sagen: Es macht mir einen Mordsspaß, den Erledigt-Haken hinter die Punkte zu setzen. Eine Motivation der besonderen Art.

Wenn ich ein Ziel nicht erreicht habe – und ja, das kommt immer wieder vor, weil ich nach wie vor dazu tendiere, mir zu viel aufzuladen – dann überlege ich mir, woran es liegt, dass der Punkt noch offen ist und überprüfe, ob es mir ein wirkliches Anliegen ist, die Sache anzugehen. Wenn ja, kommt es auf die Liste für das nächste Quartal und ich priorisiere das Ganze, wenn nicht, heißt es Sayonara und die nächste Sache ist dran.

Probiert es aus. Bei mir klappt es. In diesem Sinne wünsche ich euch ein zielorientiertes neues Vierteljahr!

Erwartungen an Krimis

„Lesen Sie eigentlich auch etwas anderes als Krimis?“, wurde ich letztens in einem Interview gefragt. Ich zögerte einen Moment und dachte nach. Ja, wenn ich ehrlich war, las ich in der letzten Zeit vor allem Krimis. Nicht ausschließlich, aber seien wir ehrlich: So viel Zeit zum Lesen habe ich auch nicht mehr. Und da will gut überlegt sein, was mir so vor die Nase kommt, schließlich soll es ja auch unterhaltsam, spannend und nett sein. Und es wird wohl nicht von ungefähr kommen, dass ich Krimis schreibe. Ich finde es einfach schön, wenn es spannend ist oder ich rätseln kann oder auch beides. Natürlich ist es auch wichtig, dass die Figuren sympathisch sind. Wenn das nicht der Fall ist, habe ich festgestellt, mag ich das Buch auch meist nicht so.

Ein Beispiel: Ich habe das Buch „Der Ruf des Kuckucks“ von Robert Galbraith aka J. K. Rowling kürzlich gelesen. Ein Buch mit Längen, sicher und trotz der Etikettierung nicht wirklich ein Krimi für mich, sondern eher eine Detektivgeschichte. Aber trotzdem habe ich es am Schluss mit einem guten Gefühl zur Seite gelegt. Das hatte vor allem zwei Gründe: Zum einen ist es der Autorin gelungen, dass man als Leser die Möglichkeit hat, eine Bindung zu den Charakteren aufzubauen und mit zu fiebern. Eine Sache, die für mich als Leserin, aber auch Autorin unerlässlich ist, um das Buch zu mögen. Zum anderen war es auch schön, mich im guten alten England wieder zu finden und die Atmosphäre von London zu schnuppern. Eine zweite Sache, die ich sehr wichtig finde: Ein gut ausgearbeitetes Setting mit der Möglichkeit, als Leser tief darin zu versinken.

Ein Gegenbeispiel: Als ich das Buch „Stiller Tod“ von Roger Smith las, habe ich die ganze Zeit eine innere Distanz gespürt. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Ich habe es einfach nicht geschafft, eine Figur zu finden, die mir so sympathisch ist, dass ich mit ihr und ihrem Schicksal mitfiebere, während das Setting Südafrika durchaus interessant war.

Fazit: Ich schreibe gerade an meinem neuen Krimi und weil mir mein sympathisches Ermittlerteam Alex Rosenberg und Kathleen Neubauer so ans Herz gewachsen ist, sind sie auch wieder mit am Start. Mit allen Ecken und Kanten. Und einen kleinen Eindruck vom Setting bekommt ihr vom Foto.

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Bis bald!

Was brauche ich für eine Lesung?

Nun ist es endlich soweit: Die Premierenlesung und noch ein paar weitere Lesungen stehen an. Ich kann „Abschiedskonzert“ dem Publikum im direkten Kontakt vorstellen. Das ist immer ein großes Vergnügen. Ich lese gerne. Allerdings habe ich im Laufe der Jahre auch gelernt, dass eine Lesung auch einiges an Vorbereitung benötigt. Ich weiß noch, wie ich vor mehreren Jahren in die Bibliothek gestürmt bin auf der Suche nach „Anleitungsliteratur“. Etwas nach dem Motto: Wie bereite ich mich vor? Was nehme ich mit? Wie um Himmels Willen gehe ich mit dem Lampenfieber um?

Es gab nichts. Kein einziges Buch, das mir geholfen hätte. Ich war also auf mich allein gestellt, was mich definitiv beunruhigt hat. Aber es ging. Sogar sehr gut, auch wenn es furchtbar aufregend war.

Inzwischen habe ich eine ganze Reihe mehr Lesungen auf dem Buckel, Lesetrainings gemacht und mir eine Menge Tricks und Kniffe angeeignet, um auf so ein Event angemessen vorbereitet zu sein. Gestern also habe ich die Taschen für heute Abend gepackt. Na ja, Taschen trifft es nicht so richtig. De facto ist es ein kleiner Koffer voll mit Büchern (ich habe inzwischen schon so einige für den Büchertisch), eine Umhängetasche mit allem, was ich für notwendig halte und meine Handtasche.

Alles für die Lesung

Da kommt schon etwas zusammen. Ein nicht unerheblicher Teil ist die Dekoration. Ich liebe es, eine stimmungsvolle Atmosphäre bei meinen Lesungen zu schaffen, so dass die Zuhörer sich richtig hineinfallen lassen können in die Stimmung der Geschichte. Allein August-Wilhelm, mein Verflossener, der jetzt als Totenkopf auf jeder Lesung dabei ist ;), nimmt eine Menge Platz ein. Aber Lippenstift, Wasser, Visitenkarten, Taschentücher, Bachblüten, Signierstift und all die anderen Sachen dürfen natürlich auch nicht fehlen. Wie gesagt: Es gibt eine ganze Liste an Dingen, die nicht fehlen dürfen. Aber so wird es auch ein rundes Erlebnis. Hoffe ich zumindest. Drückt mir die Daumen. Und vielleicht sehen wir uns ja mal auf einer Lesung!

Urlaubsgroove

Jetzt ist er schon wieder vorbei: Der letzte Urlaub in diesem Jahr. Vorbei die Zeit des Loslassens, der Entspannung. Und schon wieder ist Schulzeit. Wir waren in Büsum. Büsum an der Nordsee. Ich war auf alles vorbereitet: Thermoleggings, Handschuhe, Winterjacken. Und dann schien fast immer die Sonne. Ich muss dazu sagen: Ich habe auch schon anderes Wetter an der Nordsee erlebt. Darunter auch eine Sturmflut. Das prägt. Ich kann also gar nicht dorthin fahren, ohne all diese Hardcore-Wettertrotzer einzupacken. Umso schöner ist es, wenn man die Weite der See im Sonnenschein genießen kann. So konnten wir ungestört in den nächsten Ort wandern, die Schafe auf dem Deich verfolgen (weniger ich, eher K2), am Wasser herumlaufen, Wattwandern, Krabbenbrötchen essen und die Zeit genießen. Schön. Und so erholsam.

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Ein bisschen erschreckend ist es dann, wenn man am Sonntag zurück kommt und bereits am nächsten Morgen die Schule mit dem anhängenden Alltag beginnt, obwohl man doch eigentlich noch im Urlaubsgroove ist. Aber es hilft nichts: Da müssen wir durch. Die ersten Tage haben wir immerhin schon geschafft. Nur noch sieben Wochen bis zu den nächsten Ferien.

Und weil es thematisch so schön passt, ein Unterwassergedicht von K2 (mit ihrer freundlichen Genehmigung):

Unterwasserparty

Es war einmal ein Wal, der traf sich mit dem Aal.

Die beiden waren nicht sehr schmal.

Sie wollten zu dem Hummer, der hatte schweren Liebeskummer.

Der Hummer liebte den Krebs.

Doch dem Krebs war das egal, denn er liebte eine Qualle namens Kalle.

Dann kam noch der Hammerhai mit dem schönen Namen Kai.

Der Seehund mit dem Kussmund stand auf den Hummer mit dem Liebeskummer.

Dann kam auch noch der Kugelfisch mit seinem Tisch.

Dazu noch der Delfin mit der Anti-Liebesmedizin.

Dann ist auch noch der Seestern hier, er trägt einen Kirschkern ins Revier.

Sie machten viele Parties mit vielen bunten Smarties.

Herbstferien mit Pubertierenden

Das ist schon ein Kreuz: Als Muttertier freut man sich auf die Ferien, schließlich ist der Terminkalender dann deutlich ausgedünnt, man muss weniger herumfahren, nicht an Aufgaben erinnern und kann morgens länger im Bett bleiben. So war das auch bei mir. Ich habe mich wirklich gefreut. Schließlich war auch in der letzten Zeit viel los und ein wenig Erholung ist wirklich nötig. Aber was soll ich sagen: Irgendwie läuft es doch ganz anders als in meiner Idealvorstellung.

Denn die andere Seite der Medaille ist, dass man dann die lieben Kinderchen doch ein gutes Stück mehr um sich hat als sonst. Was ja an sich etwas Schönes ist, aber in der Zeit der Pubertät ist das doch mitunter ein hartes Schicksal. Ich möchte nicht jammern, aber wenn ich allein an gestern denke, läuft mir ein Schauer über den Rücken. Eigentlich fing alles ganz gut an. Wir haben gemeinsam Frühstück gemacht, zu youtube-Videos gesungen und waren im Großen und Ganzen gut drauf. Dann forcierte K1 allerdings seinen Plan, ein  Cruiserboard selber zu bauen. Er hatte sich bereits informiert, was man so braucht. Eigentlich wollte er es zusammen mit seinem Freund bauen, dessen Vater gelernter Schreiner ist, so dass ich noch relativ gelassen war. Doch das ging ihm wohl zu langsam und so rief er seinen Opa an, ob er Zeit hätte, mit ihm zum Baumarkt zu fahren, schließlich ist er – kurz nach seinem 13. Geburtstag – derzeit flüssig. Das tat Opa auch postwendend und sie kamen schwer bepackt zurück.

Was ich nicht wusste, war, dass K1 sich sofort ans Werk machen würde, denn ich stand in der Küche und war dabei, der hoffnungsvollen Brut ein schmackhaftes Mittagessen zu kochen. Ja gut, ich hätte misstrauisch werden können, als er plötzlich Zeitungspapier suchte. Das ist zwar seit Jahr und Tag an derselben Stelle, aber er ist ein Teenager, da kann man nicht erwarten, dass er sich solche Nickeligkeiten merkt. Ich war also in meine Kocherei versunken, so dass ich auch nicht bewusst wahrnahm, dass K1 ab und an lautstarke Verwünschungen ausstieß. Das Unheil wurde mir dann erst so richtig bewusst, als ich die Tür zum Flur öffnete und dort das Goldkind umgeben von viel Zeitungspapier, Sperrholzplatten und noch mehr Leim fand. Leider hatte das Zeitungspapier den Leim nicht davon abhalten können, auch auf den Boden zu sickern. Als ich relativ aufgebracht K1 darauf hinwies, verlor er leider die Nerven, ließ die zusammengeklebten Bretter fallen und noch mehr Leim bahnte sich seinen Weg. In dem Versuch, feuchte Tücher zu holen, tappte er leider auch noch in eine der Kleberlachen, die freudig die Chance ergriff, sich auch auf noch saubere Bereiche zu verteilen.

Was soll ich sagen: Es dauerte lange, wirklich lange, bis das Chaos beseitigt war und das Werkstück auf der Terrasse lagerte, wo es fröhlich weiter vor sich hin tropfte. K1 verschwand dann erstmal zu seinem Freund, um sich von dem Schrecken zu erholen. Na ja, heute ist ja auch noch ein Tag: Ruhe, hier bin ich.

Aber: Nein! Jetzt will er auch noch eine Stichsäge. Ich habe Angst!

Alltagsorganisation

So langsam wird es ein wenig unübersichtlich. Der Alltag mit seinen zahlreichen Terminen und Arbeiten, Vokabeln lernen, Änderung der Trainingszeiten stellt mich immer wieder vor Herausforderungen. Wie lästig ist es, wenn ich jemand anderen bitten muss, K1 zum Training zu fahren, weil ich aus irgendwelchen Gründen verhindert bin und mir dann nicht die genaue Adresse einfällt, einfach weil ich mir zwar den Weg und vielleicht noch die Straße merke, aber nicht auch noch die Hausnummer oder ähnliches. Und wie zum Geier soll man es schaffen, den Überblick über die Klassenarbeiten, Ausflüge oder Tests zu behalten, wenn beide Kinder haufenweise Termine haben? Oder wie oft habe ich schon kurz vor Beginn des Elternabends krampfhaft nach der Tagesordnung gesucht, weil irgendwer sie mal wieder irgendwo hingelegt hat und sie nicht mehr da ist, wo sie eigentlich sein sollte? Unter uns: So ein Elternabend ohne Tagesordnung in der Hand, die einem immer wieder vergegenwärtigt, wie weit man sich schon durch das Programm gekämpft hat, kann stark blutdruckerhöhend wirken. Und ich kann euch sagen: Ich habe da schon Sachen erlebt … Ich glaube, das traumatischste Erlebnis war ein Elternabend im Kindergarten, bei dem eine geschlagene Stunde höchst emotional darüber diskutiert wurde, ob es okay wäre, den Kindern am Nachmittag ab und an auch eine Scheibe Knäckebrot zum Obst zu reichen. Da gerät man an die Grenze der nervlichen Kapazitäten.

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Um den ganzen Herausforderungen etwas organisierter gegenüberzutreten, habe ich ein paar Neuerungen installiert: Zum einen hat jetzt jedes Kind ein eigenes Whiteboard, wo es Arbeiten, Termine, eventuelle Lernpläne einträgt, so dass sowohl die Kinder als auch wir es schaffen, den Überblick zu behalten. Zum anderen gibt es jetzt bei uns einen Schulordner, wo alle neuen Zettel aus der Schule, die sich ständig ändernden Stundenpläne der Kinder, Lehrer, Telefonnummern, Hobbies mit Adressen und allem, was sonst so anfällt, zu finden sind.

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Und ich muss euch sagen: Es hilft! Zumindest fühle ich mich jetzt superorganisiert. Ist ja auch nicht zu verachten!

Die Shakespeare Challenge

Kennt ihr das? Ihr hört oder lest von irgendetwas und es macht Klick und ihr wisst genau: Das will ich auch machen.

So ging es mir mit der Shakespeare Challenge oder genauer #15SecondShakespeare Challenge. Ich las davon und wollte es auch – anders als bei der Ice Bucket Challenge letztes Jahr. Im Grunde ist es ganz einfach: Man nimmt einen modernen Liedtext und trägt ihn vor wie ein Stück von Shakespeare, so dass es manchmal wirklich schwierig ist, das eigentliche Lied dahinter zu erkennen.

Genau meins also, schließlich habe ich mich zwei Jahre lang im Englisch-Leistungskurs mit sämtlichen Werken Shakespeares herumgeschlagen. Den ersten Akt, erste Szene aus Macbeth kann ich immer noch auswendig vor mich hinbrabbeln. Und vortragen tue ich auch gerne, also her mit der Challenge. Ein bisschen Recherche führte zu der Erkenntnis, dass die Challenge im Deutschen #20SekundenGoethe heißt. Es war mir auch sofort klar, welches Lied es sein würde, dass ich zerhackstückeln würde. Warum auch immer, wahrscheinlich Kindheitsprägungen oder sonst was. Zumindest kann ich den Text davon auswendig, was außerordentlich zum Gelingen der Challenge beiträgt. Auch das Setting hatte ich prompt vor Augen: Im Garten vor grünem Hintergrund und dabei mein treuer Lesungs-Begleiter … August- Wilhelm, mein persönlicher Totenkopf. Natürlich mit Sonnenbrille, schließlich wollen wir ja nicht, dass er bei der Helligkeit draußen etwas an den Augen kriegt. Tontechnisch eine kleine Herausforderung, aber hoffentlich trotzdem noch gut verständlich.

Naja, kurz gesagt: Hier ist das Ergebnis. Wie gefällt es euch?

 

 

Buchbaby

Oh Mann, das ist wirklich schade. Da erlebst du einen unvergleichlichen Moment und bist noch zu benebelt, um dir wirklich darüber klar zu werden. Wirklich schade! Denn dieser Moment, wenn du dein neues Buch, an dem du wirklich lange gearbeitet, nachgedacht, recherchiert, verbessert und überarbeitet hast, endlich in den Händen hältst, ist ein überwältigendes Gefühl. Ein wirklich unvergesslicher Augenblick. Blöd nur, wenn du gerade erst wieder aus dem Krankenhaus entlassen wurdest und von der Narkose und allen Begleitumständen noch zu benebelt bist, diesen Moment wirklich zu erfassen. Wenn du dieses Glücksgefühl verpasst, weil du noch nicht wieder Herr deines Körpers und vor allem Geistes bist.

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So dunkel kam mir ja der Gedanke: Oh wie schön, ist aber früh. Dann aber fielen mir wieder die Augen zu und ich dämmerte vor mich hin. Grrr. Ein paar Tage später lässt sich das leider nicht so richtig nachholen, auch wenn der Kopf schon wieder viel weniger wattig ist.

Aber es ist soweit: Mein neues Buchbaby ist auf der Welt und ich bin langsam dabei, es zu begreifen. Und: Es geht aufwärts. Langsam zwar und meiner Ungeduld natürlich nicht genügend, aber es wird. Und ich bin unglaublich froh, dass mein verständnisvoller Chirurg mir erlaubt hat, einen Tag früher zu gehen. So ein Mehrbettzimmer im Krankenhaus hat seine Tücken, das könnt ihr mir glauben und auch wenn es noch ein paar Schritte sind, bis ich wieder völlig auf den Beinen bin: Ich bin wieder da!

Der Neue

Jedem Anfang soll ja ein Zauber innewohnen. Und ja, genau so ist es auch bei einem neuen Roman. Gerade habe ich mit dem Schreiben meines neuen Krimis begonnen. Naja, technisch ist das zwar richtig, denn jetzt kommt die Geschichte aufs Papier. Wirklich begonnen habe ich aber eigentlich schon vor über zwei Jahren, denn damals kam die Idee dazu mit der bewegten Geschichte einer Freundin auf. Bis es so weit ist, dass das Ganze dann wirklich in ein Manuskript verpackt wird, muss alles erst Mal eine Weile reifen. Ich muss die Figuren in meinem Kopf hin und her bewegen, sie kennenlernen. Ich muss vor mich hin konstruieren, wieder verwerfen, dann neu planen, bis ich mich mit dem Ganzen wirklich wohl fühle. Das kann sich schon mal eine Weile hinziehen. Und zwischendurch ist es durchaus möglich, dass alles einfach umgekippt wird. Wenn es nicht passt, dann wird es auch nicht geschrieben, so einfach ist es.

Jetzt kenne ich die Figuren. Sogar so gut, dass sie bei Bedarf auch mit mir im Haus sind. Ich weiß, wie sie riechen, wie sie handeln, wie sie sprechen. Dann kommt die Feinplanung. Erst ist da die Überlegung: Was soll passieren? Wem geschieht wann was? Wenn das feststeht, packe ich das Ganze in ein Gerüst. Eine Planung der einzelnen Stadien, der Szenen, der Auftritte der Charaktere, einfach alles. Danach ist es endlich soweit, dass ich mich an den Laptop setze und mit dem Tippen beginne. Das ist dann aber erst die erste Fassung. Die zweite Fassung folgt am nächsten Tag, wenn ich das Geschriebene vom Vortag noch einmal durchgehe und verbessere. Dann geht es weiter mit der nächsten Szene. Zwischendurch warte ich immer ungeduldig auf meinen Mann, weil er der Erste ist, der das frisch zu Papier Gebrachte lesen darf – und muss, schließlich brauche ich Feedback. Wenigstens ein bisschen.

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Dann kommt das Schreiben und Schreiben und Schreiben. Dabei passiert es natürlich immer wieder, dass die Figuren sich selbständig machen und die so wunderschön gemachten Pläne umwerfen. Das ist dann einerseits blöd, weil ja wieder neu geplant werden muss, aber andererseits ist das super, weil das bedeutet, dass die Figuren wirklich leben und ein Eigenleben entwickeln. Ja, und da bin ich gerade und es macht großen Spaß. Der Zauber wirkt!